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Schmerzhafte Erkenntnis. Verletzlichkeit, Emotion und die akademische Rüstung in der qualitativen Forschung

Publikation: Beitrag in FachzeitschriftArtikelpeer-review

Abstract

Qualitative Forschung bringt Forschende immer wieder in Situationen, in denen ihre "academic armor" (LERUM 2001) – die professionell erwartete Distanz – Risse bekommt. Solche Momente gehen oft mit Scham, Irritation oder Verletzlichkeit einher und werden in methodischen Debatten häufig als Störfaktoren oder Risiken für die Forschung verhandelt. Wir argumentieren hingegen, dass gerade emotionale Erfahrungen ein besonderes epistemisches Potenzial entfalten und tiefergehende Einblicke in soziale Phänomene und Prozesse geben können. Auf Basis zweier Studien (einer zu Körpergewicht und einer zu Scham) zeigen wir, wie die Irritation durch persönliche Infragestellung und Beschämung der Forschenden nicht nur die Macht- und Rollenordnungen in Interviewsituationen sichtbar macht, sondern auch neue analytische Zugänge zum Forschungsgegenstand eröffnet. Damit tragen wir zur aktuellen Diskussion um die Rolle von Emotionen und Vulnerabilität von Forschenden in der qualitativen Forschung bei und plädieren für institutionalisierte Reflexions- und Unterstützungsformate, die es ermöglichen, Verletzlichkeit sowohl analytisch zu nutzen als auch für die eigene Selbstsorge fruchtbar zu machen.
Titel in ÜbersetzungPainful Insight: Vulnerability, Emotion, and Academic Armor in Qualitative Research
OriginalspracheDeutsch
Aufsatznummer9
FachzeitschriftForum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research
Jahrgang27
Ausgabenummer2
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 27 Mai 2026

Forschungsbereiche

  • 03 Health, Care & Well-being

Schlagwörter

  • Emotionen
  • Vulnerabilität
  • akademische Rüstung
  • Scham
  • Körpergewicht
  • Positionierungs­analyse
  • Gefühlsarbeit
  • Qualitative Forschung

Fingerprint

Untersuchen Sie die Forschungsthemen von „Schmerzhafte Erkenntnis. Verletzlichkeit, Emotion und die akademische Rüstung in der qualitativen Forschung“. Zusammen bilden sie einen einzigartigen Fingerprint.

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