Beschreibung
Expertengespräch mit LH-Stv. Dr. Pernkopf in St. Pölten.
Thema
Kaum ein Thema verunsichert derzeit mehr als Künstliche Intelligenz. Viele Menschen sehen durch Computerprogramme, die Arbeitsabläufe ersetzen, vor allem ihren Job gefährdet. Diese Sorge ist laut Expertinnen und Experten aus heutiger Sicht aber unbegründet.
Der Arbeitsmarkt werde durch den Einsatz der künstlichen Intelligenz (KI) einen Wandel erleben, hieß es bei dem Treffen führender Experten der Fachhochschulen St. Pölten, Krems und Wiener Neustadt, sowie der Donau-Universität Krems mit dem für Wissenschaft zuständigen Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP). Dieser Wandel bedeute aber keinen einen Kahlschlag bei den Arbeitsplätzen, sondern oft sogar die Chance, fehlende Arbeitskräfte zu ersetzen.
Für diese Weiterentwicklung gebe es zwar das nötige Know-How, aber zu wenig Infrastruktur. Eine Herausforderung sei in diesem Zusammenhang die Abwanderung von Fachkräften ins Ausland. Und: Um KI anzuwenden, brauche es ein – von mehreren Forschungseinrichtungen geteiltes – Rechenzentrum, meinte der Leiter des Instituts Digitalisierung und Informatik der IMC Fachhochschule Krems, Deepak Dhungana. Pernkopf kündigte Gespräche mit der Bundesregierung an, um Infrastruktur und mehr Rechenleistung zu schaffen.
„Leben leichter machen“
„Ich denke, dass Künstliche Intelligenz uns das Leben leichter machen kann. Sie kann uns unliebsame Aufgaben abnehmen, wenn sie richtig eingesetzt wird“, sagte Marlies Temper, Professorin an der FH St. Pölten. „Wir haben sehr viel Know-how und Fachkräfte in Österreich, aber wir müssen schauen, dass wir uns in Europa nicht abhängen lassen“, erklärte die Leiterin der Studiengänge Data Intelligence und Data Science and Business Analytics.
Darüber hinaus gelte es, Schülerinnen und Schüler für Informatik und Technik zu begeistern, damit auch die Zahl der Studierenden in diesem Bereich steige. Denn: „Die Vorstellung, dass man im Keller sitzt und programmiert, ist falsch“, sagt Marlies Temper.
KI ist nur ein Handwerkzeug
Bei KI handle es sich vielmehr um ein Handwerkzeug, waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig. Genauso wie bei einem Küchenmesser, einer Kreissäge oder einem Hammer müsse man wissen, wie man es verwende, betonte Stefan Oppl, Dekan der Fakultät für Bildung, Kunst und Architektur an der Universität für Weiterbildung Krems.
Eine der großen Herausforderungen der nächsten Jahre sei, die Kompetenz und das Wissen zu dem Thema in der Breite zu verankern. „KI hat Einfluss auf unser alltägliches Leben, dem müssen wir uns in der Forschung und in der Ausbildung stellen“, erklärte Selim Erol, Leiter Institut für Industrial Engineering und Management an der FH Wiener Neustadt.
Platz für Anwendungen biete KI etwa im Zuge der Klima- und Energiewende oder im Gesundheitsbereich, sagte Pernkopf. Ein Forschungsprojekt beschäftigt sich etwa mit dem Einsatz für die Entwicklung besserer selbstfahrender Autos, berichtete Dhungana. Erol nannte wiederum Fehlererkennung in Produktionsprozessen und Medizindiagnostik als weiteres Anwendungsgebiet.
In Niederösterreich gibt es laut dem Land mehr als 1.500 Plätze in 21 Studiengängen, die sich mit Künstlicher Intelligenz beschäftigen. Im Bereich Digitalisierung gebe es zehn Millionen Euro an Forschungsförderung vom Land, dazu kommen Bundesmittel.
| Zeitraum | 17 Juni 2023 |
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Medienbeiträge
1Medienbeiträge
Titel Unbegründete Angst vor Künstlicher Intelligenz Bekanntheitsgrad National Medienbezeichnung/Outlet ORF NÖ Medienformat Web Land/Gebiet Österreich Datum der Veröffentlichung 17/06/23 Beschreibung Expertengespräch mit LH-Stv. Dr. Pernkopf in St. Pölten. Produzent/Autor ORF NÖ Personen Selim Erol