Beschreibung
„Job-In“ ist ein durch ESF+ und das Land Niederösterreich gefördertes Pilotprojekt in Wiener Neustadt, das sich an junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren richtet, die sich weder in Ausbildung noch in Erwerbstätigkeit oder Schulungsmaßnahmen befinden (NEETs). Ausgangspunkt ist eine Studie des Instituts für Höhere Studien (2022), die für Wiener Neustadt einen überdurchschnittlich hohen Anteil dieser Zielgruppe ausweist. Ziel des Projekts ist es, ihre nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt zu fördern.„Job-In“ verfolgt dabei einen aufsuchenden, niederschwelligen und konsequent partizipativen Ansatz. Die Jugendlichen werden aktiv in Entscheidungsprozesse eingebunden – von der Raumgestaltung über die Auswahl von Möbeln bis hin zur gemeinsamen Monatsplanung mit Aktivitäten, Ausflügen oder Kochprojekten. Auch die Gestaltung des „Offenen Raums“ sowie die Anschaffung von Spielen oder Büchern erfolgen partizipativ. Erfahrungen, Bedarfe und Rückmeldungen der Teilnehmenden fließen kontinuierlich in die Weiterentwicklung des Projekts ein.
Ein Forschungsteam der Fachhochschule Wiener Neustadt begleitet „Job-In“ im Rahmen einer überwiegend qualitativen, partizipativen Evaluation. Da angesichts der kleinen Zielgruppe und vielfältiger externer Einflussfaktoren eine bloße Veränderung der NEET-Quote kein ausreichender Erfolgsindikator sein kann, wurde von Beginn an ein breiteres Zielverständnis zugrunde gelegt. Neben arbeitsmarktbezogenen Zielen rücken auch psychosoziale Dimensionen in den Fokus: emotionale Stabilisierung, soziale Einbindung, Selbstwirksamkeit sowie praktische Unterstützung in der Lebensbewältigung.
Als ESF-Projekt der Kategorie „Soziale Innovation“ ist „Job-In“ ausdrücklich als experimentelles Projekt konzipiert. Entsprechend versteht sich auch die Evaluation nicht primär als abschließende Bewertung, sondern als kontinuierliche, reflexive Begleitung. Beobachtungen und Ergebnisse werden laufend ins Projekt zurückgespielt, um Anpassungen und Weiterentwicklungen zu ermöglichen.
Ein zentrales Anliegen der Evaluation ist es, nicht nur die Zielsetzungen der Fördergeber und Schlüsselkräfte zu berücksichtigen, sondern auch die Erfolgskriterien der Jugendlichen selbst zu erfassen. Dazu wurde eine niederschwellige Befragung durchgeführt: Auf Kärtchen beantworteten die Teilnehmenden zwei Fragen – „Wann ist die Teilnahme für dich persönlich ein Erfolg?“ und „Was wünschst du dir von deiner Zeit hier?“ – und warfen diese in eine selbst gestaltete Urne. Auf Grundlage dieser Antworten werden derzeit Instrumente entwickelt, die zu Beginn und am Ende der Projektteilnahme eingesetzt werden, um individuelle Zielerreichung sichtbar zu machen. Auch die qualitative Prozessevaluation orientiert sich an diesen gemeinsam entwickelten Zieldimensionen.
Im Rahmen der Konferenz möchten wir nicht nur erste Erfahrungen aus Projekt und Evaluation vorstellen, sondern gemeinsam mit Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen weiterdenken. Nach kurzen Impulsen von Teilnehmenden, Projektleitung und Evaluationsteam ist ein partizipatives Austauschformat (World Café) geplant, um gemeinsam zu diskutieren, wie Partizipation in Projekten und in Evaluationsprozessen wirksam gestaltet werden kann.
| Zeitraum | 17 Sept. 2026 |
|---|---|
| Ereignistitel | 3. Österreichische Jugendforschungstagung : Jugend gestaltet: Entwicklungen, Erwartungen und Realitäten |
| Veranstaltungstyp | Konferenz |
| Bekanntheitsgrad | National |
Verbundene Inhalte
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Projekte
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"Job In" Evaluierung
Projekt: Forschung